2008-03-25

Aus den Fehlern anderer lernen (Teil 2)

Europa startet seinen ersten ATV-Versorgungstransporter „Jules Verne“ zur ISS
Europas bisher größtes und komplexestes Raumfahrzeug
Am Ende seiner viermonatigen Mission als Raumstationsmodul wird Jules Verne mit Stationsabfall beladen von der ISS abgekoppelt, über dem Südpazifik aus seiner seiner Umlaufbahn gelenkt und kontrolliert in der Erdatmosphäre verglühen. [ESA - 09.03.2008]

Ein weiteres mal zeigt die ESA, dass sie lernt - und zwar erneut aus den Fehlern der Amis.
Expeditionen ins Weltall sind nicht nur sehr kostspielig sondern auch extrem spektakulär - vor allem wenn sie scheitern. Die NASA kann ein Lied davon singen. So haben die Probleme der NASA mit dem Hitzeschild der amerikanischen Space-Shuttles nicht nur das Weltraumprogramm der USA sondern das gesamte internationale Weltraumprogramm um Jahre verzögert.
Ursache hierfür war das Auseinanderbrechen des Shuttels Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre im Jahr 2003 (Mission STS-107). NASA-Angaben zufolge war der Hitzeschild des Shuttles bereits beim Start von der Erde beschädigt worden. Dadurch konnte das Shuttle der entstehenden Hitze beim Wiedereintritt nicht widerstehen und wurde zerstört.

Nun steht der Start eines ehrgeizigen europäischen Weltraumprojektes vor seinem ersten Einsatz: das "ATV" - Automated Transfer Vehicle ist ein unbemannter Raumtransporter der von Astrium in Bremen gebaut wurde und der nach dem Start mit einer modifizierten Ariane V-Rakete automatisiert die ISS anfliegen und an ihr andocken soll. Es transportiert verschiedene Güter zur bemannten Raumstation.
Nachdem das ATV diesen Teil des Auftrags erfüllt hat dient es als Müllbehälter, bevor es wieder von der ISS abdocken und sich scheinbar auf den Rückweg machen soll.

Der weitere Missionsplan klingt, als hätte man ihn nach der Analyse all der leidvollen amerikanischen Shuttle-Probleme entwickelt: Die Kapsel soll in die Erdatmosphäre eintreten und dort...VERGLÜHEN!
Genial. Somit definiert die ESA erneut (nach "Man muss sich nur die richtigen Ziele setzen...") das, was man als Laie als Fehlschlag ansehen würde, als ZIEL ihrer Mission.
Auf diese Weise wird eine große Gefahrenquelle ausgeschlossen und ein Scheitern der Mission weit unwahrscheinlicher. Den sehr engen Korridor für den Wiedereintritt zu treffen, der eine unbeschadete Rückkehr zur Erde ermöglichen würde, ist natürlich sehr viel problematischer als diesen eben NICHT zu treffen. Diese ESA-Mission würde also scheitern, wenn die Kapsel - wider erwartend - doch zur Erdoberfläche zurückkommt. Ich drücke die Daumen.


cmos.

2007-11-28

Kristallkugeln in der Schalterhalle?

Ein Kontoauszug ist eine Art Beleg, auf dem die Kontobewegungen verzeichnet werden. Für die Bank ist diese Art der Information ihres Kunden vorgeschrieben. Allerdings beziehen sich die Daten die hier auf Papier gebannt werden meiner Erfahrung nach auf die Vergangenheit als auf die Zukunft. Meist auf die zurückliegenden Wochen. Und das leuchtet auch ein. Über kommende Bewegungen auf dem Konto hat die Bank schließlich in der Regel nur sehr begrenzte Informationen, vielleicht durch Daueraufträge.
Die Hypovereinsbank scheint aber vorausschauende Konto- auszugsdrucker zu haben. Zumindest legt des der Schnappschuss nahe. Vorteilhaft stelle ich mir das schon vor, aber woher weiß dieses Gerät, was ich hinter der nächsten Ecke tue? Mir ist das schleierhaft. Schließlich weiß ich das häufig nicht einmal selbst. "RÜCKBLICKEND" wäre demnach wohl die treffendere und auch ehrlichere Beschriftung ;-)

cmos.

2007-06-10

Wegezoll auf Kommunikationswegen

Ich muss nochmal zurück zum Monopolisten für den alltäglichen Test sämtlicher Haustürklingeln der Republik, der POST [siehe vorherigen Beitrag:Telekommunikation - vom Morsen zum Chatten]: Hier halten sich einige extrem kreative Brief- und Postkartenportoregelungen die sich eine unzurechnungsfähige Fachkommission zu Bundespostzeiten ersonnen und in nüchternem Zustand vermutlich nie wieder betrachtet haben muss.
So ist zu beachten, dass Brief wie auch Postkarte auf keinen Fall quadratisch sein dürfen (quadratisch geht schon, macht den Spaß aber unverhältnismässig teuer)!
Das Verhältnis von Breite zu Höhe muss wenigstens 1,41 (eins-KOMMA-vier-eins) betragen (guckst du)! Das macht die so ansprechenden und aktuellen quadratischen Gruß- und Postkarten entweder teuer oder umständlich zu verschicken! Sie sind nämlich gerne zu groß für einen C5-Umschlag allerdings nicht zu groß für die entsprechende Porto-Klasse.
Frankiert man die quadratische Postkarte also mit 45 Cent, landet diese am folgenden Tag nicht beim Adressaten sondern beim Absender im Briefkasten (-> unzureichend frankiert!). Klebt man einen Pappstreifen an die Karte, die das gewünschteVerhältnis von 1:1,41 herstellt, wird sie ordnungsgemäß zugestellt (!). Pfiffig.

cmos.

2007-05-15

Telekommunikation - vom Morsen zum Chatten

Das Internet und die damit verbundenen neuen Technologien in der Welt der Kommunikation machen auf einer Seite die Kontaktaufnahme und den gegenseitigen Informationsaustausch möglich, wo er in der Vergangenheit nicht möglich war: kaum kommt im Zug die Durchsage, dass dieser verspätet sein Ziel erreichen wird, greift jeder zweite Fahrgast zum Mobiltelefon und gibt diese Info weiter.

Andererseits erschließt diese Technik nicht nur neue Möglichkeiten sondern reduziert natürlich den Gebrauch der älteren (Vorläufer-) Technologien. Aber nur wenige verschwinden. Rauchzeichen sind Vergangenheit und den Ponyexpress gibt es heute kaum noch, aber Postkutschen und Morsetechnik wurden lediglich durch aktuelle Technologien ersetzt und in ihrer Grundfunktion erhalten geblieben. Der persönliche Bote lebt heute in Form von Fahrradkurieren oder im Einschreiben weiter.
Das Faximile ist, gegenteiligen Befürchtungen zum Trotz, dem Brief(aus)träger nicht wirklich gefährlich geworden. Aber nun drängen immer mehr private Postdienstleister in den Markt, obwohl ein Teil des Briefgeschäfts der Deutsche Post noch immer durch ein Monopol vor der Konkurrenz geschützt wird.
Emails setzen dem großen Servicedienstleister, der aus der Deutschen Bundespost enstanden ist ebenfalls zu, aber glücklicher Weise hält sich ja das hartnäckige Gerücht, dass Briefeschreiben einfach unschlagbar romantisch und in d(ies)er Beziehung einfach unersetzlich ist.
Es ist fraglich ob es die MMS schaffen wird die klassische Urlaubspostkarte auszustechen, wie es Netzanbieter des Mobilfunks immer wieder versuchen. Im Moment gibt es eher den umgekehrten Trend: einen kleinen Fotodrucker mit in den Charterflieger zu nehmen und dabei schimpfend eine Übergepäckstrafe in Kauf zu nehmen, um dann die selbstgeschossenen Urlaubsfotos umgehend versenden zu können – aber eben wieder auf Papier. Es ist einfach so schön sich anschließend mit seinen Lieben darüber zu amüsieren, dass man wieder vor der Postkarte zu Hause war. Das würde vermutlich selbst der unzuverlässigste Mobilfunknetzbetreiber bei MMS-Nachrichten nicht zustandebringen. Der mit einem Hula-Hula-Song untermalte Urlaubsgruß kommt schließlich innerhalb weniger Minuten, in Ausnahmen Stunden oder niemals an.

cmos.

2007-03-24

Gesetze zu wörtlich genommen?

Im Technology-Podcast von BBC habe ich eine sehr interessante Reportage über das Sabbat-Verhalten von ultra-ortodoxen Juden in Jerusalem (und natürlich auch weltweit) gehört. Diesen Menschen ist es nach dem Glauben verboten, am Sabbath Arbeit zu verrichten. Die Definition von ARBEIT wird allerdings irrational wörtlich ausgelegt. Es schließt das Betätigen eines (Licht-)Schalters genauso ein, wie das Telefonieren (sogar das Abreißen von Toilettenpapier). Das alleine ist ja für mich schon schwierig nachvollziehbar. Nun gibt es in Israel bzw. dem Judentum aber auch Bestrebungen, sich einige Annehmlichkeiten der modernen Welt auch am Sabbat und ohne gegen die religösen Regeln zu verstoßen, zu Gute kommen zu lassen.
So wurde am "Institute for science and halacha" ein Telefon entwickelt, dass in einem geschlossen Stromkreis arbeitet und somit keinen Stromkreis "schließen" oder "öffnet" um eine Verbindung herzustellen. Einer altertümlichen Definition zufolge wäre das sonst ARBEITEN. Und dies wiederum würde die Regeln des Sabbats verletzten. Das System wird bisher nur für Notfälle eingesetzt.
Auch Sabbat-Aufzüge gehören zum Programm: Da die Gläubigen am Sabbat keine Knöpfe drücken dürfen, hält der Sabbat Aufzug einfach auf jedem Stockwerk, fährt also in einer Art Automatikbetrieb.

Das ganze klingt im Ansatz nach einem Aprilscherz. Hier stehen also strenge und offensichtlich streng definierte Regeln auf der einen Seite und Menschen die sich nicht so richtig daran halten wollen auf der anderen. Solch eine Situation tritt offenbar besonders gerne bei religösen Sachverhalten auf. Nun wird einerseits versucht die Regeln des Sabbats zu umgehen ohne sie, andererseits, zu verletzen. Dabei sollte man sich doch viel eher Gedanken machen, inwieweit die Regeln das bewirken, wofür sie gedacht sind bzw. formuliert wurden.
Wenn es darum geht, dass der Mensch, dieser Religion folgend, am Sabbat nicht arbeiten soll und darf, muss man das dann nicht einfach akzeptieren? Warum wird aber dann das Betätigen eines Lichschalters als Verrichten von Arbeit angesehen? Wurden vielleicht diese Regeln nicht an die aktuelle Situation angepasst? Das Problem liegt wohl viel tiefer, ist aber, wie so oft, scheinbar nicht verhandelbar. Ähnliche Probleme treten auch gerne im Umgang mit Gesetzen, Geboten und Vorstellungen bspw. der Katholischen Kirche auf.
In vielen Fällen wäre eine intelligente Interpretation der Regeln sehr viel wirkungsvoller, angebrachter und vor allem glaubwürdiger, als das unbedingte einhalten fragwürdiger Gesetze. Aber gerade wenn GLAUBEN im Spiel ist, scheint das sehr schwierig zu sein.

cmos.

Links zum Thema:

2006-12-23

Back home -

Kurz vor Weihnachten hat es mich wieder nach Hause gezogen. Weihnachten am Strand und im Sommerwetter fühlte sich irgendwie falsch an. Und so schreibe ich - wenn ich denn schreibe - jetzt wieder aus meinem Heimatland - Good old Germany - Proud to be part of old Europe ;-)

cmos.

2006-09-04

Man muss sich nur die richtigen Ziele setzen...

Mondsonde SMART-1
Crash auf dem Mond
Mit einem harten Aufprall auf den Mond ist die fast dreijährige Forschungsreise der europäischen Sonde "SMART-1" zu Ende gegangen. Die 366 Kilogramm schwere Mondsonde schlug am Sonntag um 07.42 Uhr MESZ in der mittleren Südregion des Erdtrabanten auf. [SZ - 03.09.2006]
Die SZ sagt das ein bisschen später, ich sags jetzt sofort zu beginn meines Beitrags: Ja, die Sonde wurde beim Aufprall zerstört... Aber: Das war so geplant!
Das ist natuerlich schon clever! Diese Europäer lernen offensichtlich aus Fehlern der ungluecklichen Amis! Wie viele Weltraummissionen scheitern eigentlich so im Schnitt? Ich wuerde mal vorsichtig sagen, gefuehlte 80%! Jetzt hat die ESA aber die Loesung: Wenn man einen CRASH auf dem Mond einfach als ZIEL der Mission definiert, kann viel weniger schief gehen! Ist doch klar! Das da vorher noch keiner drauf gekommen ist!
Und die Amis sind weiter enttäuscht, wenn es nicht gelingt ihre aus Richtung Sonne zurückkehrende Sonde mit dem Hubschrauber aus der Luft zu angeln. Das führt dann zu Schlagzeile wie dieser: "220 Millionen Dollar in den Sand gesetzt".

cmos.

2006-07-07

...letztens bei Kathmandu...

G'day!
Letztens war ich wieder mal in einem der unzähligen Outdoorshops hier um die Ecke. Die Menschen da (und überall) sind wirklich lustig und sehr nett! Und die Schnäppchen! Mein italienischer Freund Alex hat Wanderschuhe für 20$ (-> 10€) erstanden! (Das ging allerdings nur im Ramschladen der Stadt/der Ramschladenkette Neuseelands, kein Outdoorschuppen!) Aber wo ich eigentlich hin wollte... Vor einiger Zeit sind zwei Amerikaner auf einer Hikingtour erfroren (Tongariro Crossing - das Gebiet ist auch als MORDOR bekannt - keiner weiß warum ;-) ) und nun werden die Touris hier liebevoll aufgeklärt und für jeden Ausflug angemessen vorbereitet! So ist es z.B. ein totaler Anfängerfehler KEINE Thermoklamotten zu tragen. Schlimmster Fehler: Baumwolle auf der Haut! Das Zeug wird nass, dann wirds irgendwann kalt, dann noch kälter und kurz drauf holt dich der Sensenmann - so wie die Amis! Also long johns und thermal underwear tragen! Ein MUSS!
Aber wo es gute Tipps gibt sind natürlich auch die urban legends nicht weit!
Es gibt Verrückte, die pinkeln wirklich in Ihre Stiefel, weil die Deutschen das vor Leningrad auch gemacht haben sollen(Die haben verloren!) und noch andere backen ihre Wanderstiefel im Ofen um sie auf Schweißfüße vorzubereiten - oder so ähnlich. Wie das funktionieren soll? Kein Plan. Also alles Quatsch! Neuseeland ist ein wunderschönes Land, nur Touris glauben an wasserdichte Schuhe (und nur denen kann man sie auch verkaufen!) und HIER regnet es nicht!

See ya!

cmos.

Links zum Thema:

2006-07-01

Der Kiwi - ein Brettspielfanatiker

Die Überschrift klingt ja ein bisschen verallgemeinert und der Beweis für die Richtigkeit lässt sich von mir noch nicht führen. Also beschreibe ich erst mal das Verhalten eines speziellen Exemplars dieser Spezies:

Mein lieber Flattie (Mitbewohner) Daniel (Kiwi-Guy) spielt total gerne Brettspiele. Das ist ja noch nicht so besonders, aber sein Lieblingsspiel ist ein deutsches und zwar Die Siedler von Catan! Das Spiel sieht hier, also in einer englischen Ausgabe, etwas anders aus, so grafisch irgendwie fremd, ist aber sonst das gleiche wie bei uns zu Hause. Nach unserem letzten (und bisher ersten) Siedlerabend hat er mir ein Computerspiel gleichen Namens gezeigt! Da scheint sich irgendjemand (vielleicht auch eine Idee für dich, Q) sehr viel Arbeit gemacht und hat das Brettspiel praktisch 1-zu-1 programmiert. Das hat Daniel von meinem Vormieter, einem Karlsruher Studenten namens Sebastian erhalten, dann offensichtlich ganz oft mit Sebastian gespielt, sodass er jetzt mit dem DEUTSCH programmierten Spiel zurecht kommt. Allerdings sagt er immer "SKIFF" wenn irgendwo SCHIFF steht, aber das macht ja nichts.
Auf meinem Rechner sind die Farben ganz furchtbar schräg und ich weiß nicht woran es liegt, aber spielen kann man das. Also, ran und trainieren! Wer mich besuchen will sollte fit sein im Siedeln, sonst gibt es keinen Platz auf dem Schlafsofa!

See ya!

cmos.

2006-06-19

Was gehört in einen Reiseführer?

Also diese Kiwi-Geschichte ( -> Kiwis aus Mittelerde) finde ich zwar ganz nett, sie kommt mir aber etwas seltsam vor. Ich sollte mal ein bisschen recherchieren, ob das wirklich wahr ist. Ich habe bei diesen Reiseführern so oft das Gefühl, dass die Autoren jede Menge Quatsch schreiben nur um die Bücher voll zu bekommen. Natürlich habe ich jetzt kein weiteres Beispiel parat, aber auch das wird mir einfallen! Lauter fahrige Geschichten ohne Grundlage und häufig auch ohne Aussage.

Auf diese Weise ist dann wohl auch der Reiseführer für das imaginäre Land "Molvanîen" entstanden (übrigens ein sehr lustiges Projekt). Ach, da hab ich doch noch ein Beispiel! Das mit der Klospülung! Das steht ja auch drin im Neuseelandführer und wird vermutlich auch in keinem Australienführer fehlen:

In der Badewanne bildet sich aufgrund der Corioliskraft auf der Nordhalbkugel ein Strudel im Uhrzeigersinn. Auf der Südhalbkugel dreht sich die "Spirale" gegen den Uhrzeigersinn. [Baedecker Reiseführer: Neuseeland]

Das ist doch sogar dreifach falsch:

  1. Das hat nix mit der Corioliskraft zu tun (bei einem Strudel von 5cm Durchmesser, dass ich nicht lache!)
  2. Wenn, dann müssten die Richtungen ja wohl umgekehrt sein - oder täusche ich mich da?
  3. Ist das keine Spirale sondern eine SCHRAUBE, oder Schraubenlinie! (Danke Herr Prof. Klocke, auf diesen Unterschied wird deutlich zu selten hingewiesen!) Spiralen sind FLACH, quasi 2-dimensional! Daher würde ja gar nichts abfließen können wenn es eine Spirale wäre! Und wenn nix abfließt, warum sollte es sich dann drehen?
So. Bin erst mal fertig!

cmos.

2006-06-15

Fussball zum Frühstück

Heute morgen bin ich ganz aussergewoehnlich früh aufgestanden! Um 10 vor 6 am ("am" muss man hier immer dazu sagen, sonst gibts nur Probleme). Und das, nicht weil ich nicht mehr liegen konnte. Es kam was spannendes im Fernsehen: Fussball! In Deutschland ist WorldCup und das ist ganz weit weg. Und weil das so weit weg ist, kommen die Spiele hier in NZ zu den bescheuertsten Zeiten.
  • 15:00 MESZ -> 2:00 am NZ (des jeweils nächsten Tages, versteht sich)
  • 18:00 MESZ -> 4:00 am NZ
  • 21:00 MESZ -> 7:00 am NZ
Tja, und so kommt es, dass es heute zum Fruehstueck das grosse Spiel Deutschland gegen Polen gab: Nette Kneipe, All-You-Can-Eat-Breakfast (war doof: Toast, Kartoffelroesties, Ruehrei, Speck und braune Plörre) 50-60 Deutsche und kaum Bier. Ausserdem auch keine Zigaretten, weil hier sind die Pubs rauchfrei...
War ein bisschen strange, muss ich sagen. Gaudi und gröhlende Fans zu dieser Tageszeit - aber ich werde mich daran gewöhnen... Dafür war das Spiel ja schoen spannend und zum Haare raufen. Anschliessend war ich sehr vorbildlich früh in der Uni.
Schön.

Gruesse!

cmos.

2006-06-12

Montag morgen im Auenland

Ja, Auenland. So ungefähr kann man es sich vorstellen, wenn in Neuseeland der Strom ausfällt. Also auf dem Land wäre das dann wohl Auenland, in der Stadt -naja. Da stehen je schon viele Häuser rum und es gibt große, breite Straßen und so.
Bei meinen Frühstücksvorbereitungen habe ich heute morgen irritiert festgestellt, dass im Kühlschrank kein Licht brennt - ich war mir in dem Moment allerdings gar nicht richtig sicher, ob es jemals gebrannt hatte. Ich kenne ja NZ-Kühlschränke noch nicht so lange. Danach hatte ich das Gefühl der Wasserkocher sei kaputt. Bei Nutzung eines Laptops merkt man das ja gar nicht sofort. Aber gegen 08:30 am muss der Strom wohl ausgefallen sein. Einfach so - heimlich, still und leise und netterweise NACH dem Duschen.
Es gab noch ein paar lustige Folgen:
  • Schon erwähnt: Kein Kaffee! Und zwar für niemanden! (und das ist nicht lustig sondern total doof!)
  • Straßen und Kreuzungen überqueren ist nicht so einfach! (Vor allem wenn man diesen Linksverkehr noch nicht völlig verinnerlicht hat. Man weiß ja gar nicht wo man hingucken soll!)
  • Nix einkaufen - im ganzen Uni-Umfeld zahlen die Studenten normalerweise bargeldlos mit einer Uni-Guthaben- oder mit der EFTPOS-Karte - aber eben nur wenn es STROM gibt.
    (EFTPOS ist das neuseeländische Pondon zur EC-Karte, das beschreibe ich ein andermal...)
  • Hier ist gerade Klausurphase! Nur leider war in den Hörsäälen ja kein Licht! -> alle Exams von heute wurden um zwei Wochen verschoben! Ob das mal jedem in den Zeitplan passt?
  • Pfiffige Menschen hatten die elektrischen Eingangstüren der Unigebäude zum Glück aufbekommen aber bei dem ungeheuren Sturm draußen wurde dadurch eine Unmenge an Laub in die Gebäude geblasen (->HERBST!).
  • Kein Rechner und kein Gebläse funktioniert: eine traumhafte Ruhe - gut dass ich ein paar meiner Papers ausgedruckt hatte, so konnte ich wenigstens lesen.
  • Als der Strom endlich zurück kam (so kurz nach 12), war die Uni mittlerweile weitestgehend geräumt und geschlossen worden. Viele waren wieder zu Hause und daher konnte offensichtlich niemand die Server wieder hochfahren. Es gab also zwar Strom, aber man konnte sich an keinem UNI-Rechner einloggen und Internet gabs auch keins.
Im Chaosland China bin ich davon verschont geblieben, aber in Neuseelands größter Stadt (1,4 Mio. Einwohner und damit Heimat für ca. jeden 3. Neulseelaender) bleibt mal eben für VIER Stunden der Strom weg! Vor nicht allzu langer Zeit soll es hier einen Stromausfall von 4 Tagen gegeben haben Als ich nachmittags durch die Stadt spaziert bin, habe ich mir einen Kaffee bei Starbucks gegönnt. Und da war ein Mitarbeiter damit beschäftigt eine lange Liste handgeschriebener Kassenbons in die Kasse einzugeben ;-) Technik!
Wie die da allerdings -ohne Strom- so viel Kaffee verkaufen konnten, ist mir jetzt im Nachhinein schleierhaft.

See ya!

cmos.

P.S.: Es gab 1998 wirklich einen riesigen Stromausfall!
Man kann es nicht glauben: FÜNF WOCHEN! WIKIPEDIA weiss wie immer mehr!

2006-06-11

(Lowlevel-)Banking in NZ

Fährt man in ein fremdes Land, sollte man sich ein paar Gedanken darüber machen, wie man in diesem Land bezahlen kann und wie man an Bargeld kommt. Grundsätzlich werden Kreditkarten auch in Neuseeland an sehr vielen Stellen akzeptiert. Allerdings bei weitem nicht überall und die günstigste Möglichkeit ist dies auch nicht, sofern man eine Gebühr für den Auslandseinsatz der Karte zahlen muss.
In Neuseeland kann man praktisch ALLES bargeldlos bezahlen, allerdings nicht mit der Kreditkarte. Das Zahlungssystem, das hier sehr verbreitet ist, nennt sich "EFT-POS" (Electronic Funds Transfer at the Point-Of-Sale) und entspricht vom System her dem deutschen EC- bzw. MAESTRO-System. Allerdings sind die Systeme natürlich nicht kompatibel. Um eine EFT-POS-Karte zu erhalten braucht man ein Konto bei einer ansässigen Bank und Guthaben - ist dies geschafft benötigt man fürs Leben praktisch nichts außer seiner EFT-POS Karte.
Das System wird praktisch überall akzeptiert und das völlig unabhängig vom Betrag. Ob den Wocheneinkauf, ein Päckchen Kaugummis, einen Becher Kaffee, das Pint im Pub oder ein Sandwich an einem kleinen Stand: alles kann mit dieser Karte bezahlt werden. Die Terminals sehen aus wie die bekannten EC-Terminals in deutschen Geschäften und funktionieren auch ebenso. Der einzige Unterschied ist vielleicht die Länge des Spiralkabels, mit dem das Terminal-Bedienteil angeschlossen ist. Hier sind 5m keine Seltenheit. Dadurch kann man mit nur einem Terminal eine 10m-lange Bar im Pub abdecken und jeden Kunden erreichen.
Es gibt zwei weitere kleine Unterschiede zur EC-Karte die ich gerne vorstellen möchte:
  • die Geheimzahl (PIN) kann man selbst auswählen
  • das Motiv der Karte kann man ebenfalls selbst wählen
Zur Geheimzahl: Erhält man eine neue Karte per Post, muss man mit dieser Karte bei einer Bankfiliale vorstellig werden. Hier wird die Karte eingelesen und anschließend kann man seine Lieblings-Geheimzahl über ein Tastenfeld selbst festlegen. Dazu muss die PIN wie eine Passwort zweimal nacheinander eingegebene werden und wird anschließend der Karte zugewiesen.
Ob dies nun wirklich der Sicherheit dient, darüber kann man sicherlich streiten. Ich persönlich empfinde eine zufällige Vergabe der PIN, kombiniert mit einem regelmäßigen Wechsel als sicherer - wobei eine PIN mit mehr als 4 Stellen sicherlich zusätzlich helfen würden. Aber besser merken lässt sich sicherlich unabhängig von der Stellenanzahl die selbst-gewählte Nummer.

Das Serviceangebot zum Kartenmotiv gibt der Plastikkarte,
die man ja immer bei sich trägt, ebenfalls eine persönlichere Note. Über die Webseite der Bank lässt sich ein persönliches Kartendesign erstellen. Dabei ist bei der Nationalbank ein Banner der Bank am rechten Rand der Karte fest definiert. Der Rest der Frontseite kann durch ein beliebiges Motiv gestaltet werden. Dies kann bspw. - wie bei meiner Karte im Bild rechts - ein Foto sein; das Motiv muss dabei gewissen rechtlichen Anforderungen der Bank genügen. Hat man sich entschieden, schickt man die Bestellung online ab und wenige Tag später hat man die Karte im Briefkasten.
Eine tolle Sache!

cmos.

Links zum Thema:
Banken in NZ (nicht vollständig):

2006-06-10

Kiwis aus Mittelerde

Wenn ich meinen Reiseführer...

Der Deutsche kann ja nach wie vor nicht ohne Führer, immer muss er sich führen lassen. Vermutlich, damit jemand schuld ist, falls was nicht so läuft wie es geplant war. - Gibt es da nicht ein anders Wort für? ~assistent, ~auskunft, ~hilfe, ~unterstützung, ~tipps? Irgendwie sowas. Er führt mich ja gar nicht. Und ''Guide'' klingt irgendwie *hmm* freiwilliger (?) - Aber weiter im Text:
...richtig verstehe, heißt diese etwas stachelige und grüne Frucht, die wir unter diesem Namen kennen, eigentlich gar nicht Kiwi. Das Ding kommt ursprünglich aus China und war zuvor als ''Chinesische Stachelbeere'' bekannt. Dann aber gelang es einem pfiffigen neuseeländischen Obstzüchter eine besonders große und saftige Version zu kreieren, wobei die Pflanze gleichzeitig noch eine sehr große Zahl an Früchten trug. Da man die Riesenstachelbeeren gut konservieren, einfrieren und zu Saft, Fruchtwein, Likör, Gelee (Frag mal deine Mama, Q!) und Marmelade verarbeiten kann, entwickelte sie sich zur idealen Exportware. Das war so in den 50er Jahren. Eigentlich waren Stachelbeeren wohl gar nicht so beliebt, gleichzeitig machte sich China nachhaltig unbeliebt und weil die Neuseeländer auf jede Frucht einen Aufkleber mit der Aufschrift ''Worlds Finest Kiwi Fruit'' klebten, wurde der Spitzname für die Neuseeländer - KIWIs - auf die Frucht übertragen.
Der Name für den Neuseeländer kommt ja, wie der eine oder andere bestimmt weiß, von dem Laufvogel und Wappentier Neuseelands, dem Kiwi eben.
(inspiriert durch den Baedecker Reiseführer: Neuseeland)

cmos.

2006-06-05

Ich kehre Deutschland schon wieder den Rücken...

...gerade erst zurück aus China (so kommt es mir zumindest vor), zieht es mich schon wieder in die Welt.

Naja, der Neuseelandaufenthalt war ja schon länger geplant und kommt daher nicht sonderlich überraschend. Jedenfalls habe ich mich Anfang Juni 2006 in einen Flieger geschwungen um nach nur ca. 22 Stunden Flugzeit am anderen Ende der Welt und damit quasi maximal weit weg von Deutschland die Füße wieder auf die Erde zu bekommen. Auckland, die größte Stadt Neuseelands, wird für ein gutes halbes Jahr mein zu Hause sein.

In China habe ich es leider verpasst einen Blog zu starten. Von Neuseeland möchte ich an dieser Stelle von Zeit zu Zeit etwas berichten und vielleicht kommen ja auch noch ein paar ältere Stories aus dem Land des Lächelns dazu.

cmos.

2006-06-01

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich habe einige Schwierigkeiten meine Rechtschreibung in diesem Blog einheitlich zu gestalten. Nachteilig auf die Konsistenz wirken sich verschiedene Punkte aus:

  1. Zur Zeit vermische ich gerne Deutsch und Englisch, vor allem da, wo ich das Gefühl habe, dass ein Wort oder eine Redewendung der jeweils anderen Sprache durch eine Übersetzung an Gehalt verlieren würde - oder wo mir schlicht die Übersetzung fehlt.
  2. Je nach Tagesform und Stimmung arbeite ich mit unterschiedlichen Tastaturen (nämlich überwiegend deutsch und englisch) - daher sind Umlaute und (vor allem deutsche) Sonderzeichen mal verfügbar und mal nicht.
  3. Dieses Projekt zieht sich über eine längere Zeit und somit kann es passieren, dass ich eine Schreibweise vom Anfang nicht durchhalte (vergesse).
Ich bitte dies zu entschuldigen. Aber Rechtschreibung ist ja etwas lebendiges, sie fließt und verändert sich! Selbst Rechtschreibreformen halten heute meist nur wenige Jahre (wenn überhaupt) und werden gerne wöchentlich nachgebessert oder eher verändert.
Ansonsten möchte ich noch gerne klar stellen, dass ich keine Verantwortung für verlinkte Inhalte dieser Webseite übernehme.
Es ist in keinem Fall Absicht des Autors irgend jemanden zu verletzen oder Persönlichkeitsrechte anzugreifen.

cmos.