2007-05-15

Telekommunikation - vom Morsen zum Chatten

Das Internet und die damit verbundenen neuen Technologien in der Welt der Kommunikation machen auf einer Seite die Kontaktaufnahme und den gegenseitigen Informationsaustausch möglich, wo er in der Vergangenheit nicht möglich war: kaum kommt im Zug die Durchsage, dass dieser verspätet sein Ziel erreichen wird, greift jeder zweite Fahrgast zum Mobiltelefon und gibt diese Info weiter.

Andererseits erschließt diese Technik nicht nur neue Möglichkeiten sondern reduziert natürlich den Gebrauch der älteren (Vorläufer-) Technologien. Aber nur wenige verschwinden. Rauchzeichen sind Vergangenheit und den Ponyexpress gibt es heute kaum noch, aber Postkutschen und Morsetechnik wurden lediglich durch aktuelle Technologien ersetzt und in ihrer Grundfunktion erhalten geblieben. Der persönliche Bote lebt heute in Form von Fahrradkurieren oder im Einschreiben weiter.
Das Faximile ist, gegenteiligen Befürchtungen zum Trotz, dem Brief(aus)träger nicht wirklich gefährlich geworden. Aber nun drängen immer mehr private Postdienstleister in den Markt, obwohl ein Teil des Briefgeschäfts der Deutsche Post noch immer durch ein Monopol vor der Konkurrenz geschützt wird.
Emails setzen dem großen Servicedienstleister, der aus der Deutschen Bundespost enstanden ist ebenfalls zu, aber glücklicher Weise hält sich ja das hartnäckige Gerücht, dass Briefeschreiben einfach unschlagbar romantisch und in d(ies)er Beziehung einfach unersetzlich ist.
Es ist fraglich ob es die MMS schaffen wird die klassische Urlaubspostkarte auszustechen, wie es Netzanbieter des Mobilfunks immer wieder versuchen. Im Moment gibt es eher den umgekehrten Trend: einen kleinen Fotodrucker mit in den Charterflieger zu nehmen und dabei schimpfend eine Übergepäckstrafe in Kauf zu nehmen, um dann die selbstgeschossenen Urlaubsfotos umgehend versenden zu können – aber eben wieder auf Papier. Es ist einfach so schön sich anschließend mit seinen Lieben darüber zu amüsieren, dass man wieder vor der Postkarte zu Hause war. Das würde vermutlich selbst der unzuverlässigste Mobilfunknetzbetreiber bei MMS-Nachrichten nicht zustandebringen. Der mit einem Hula-Hula-Song untermalte Urlaubsgruß kommt schließlich innerhalb weniger Minuten, in Ausnahmen Stunden oder niemals an.

cmos.

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