2006-06-12

Montag morgen im Auenland

Ja, Auenland. So ungefähr kann man es sich vorstellen, wenn in Neuseeland der Strom ausfällt. Also auf dem Land wäre das dann wohl Auenland, in der Stadt -naja. Da stehen je schon viele Häuser rum und es gibt große, breite Straßen und so.
Bei meinen Frühstücksvorbereitungen habe ich heute morgen irritiert festgestellt, dass im Kühlschrank kein Licht brennt - ich war mir in dem Moment allerdings gar nicht richtig sicher, ob es jemals gebrannt hatte. Ich kenne ja NZ-Kühlschränke noch nicht so lange. Danach hatte ich das Gefühl der Wasserkocher sei kaputt. Bei Nutzung eines Laptops merkt man das ja gar nicht sofort. Aber gegen 08:30 am muss der Strom wohl ausgefallen sein. Einfach so - heimlich, still und leise und netterweise NACH dem Duschen.
Es gab noch ein paar lustige Folgen:
  • Schon erwähnt: Kein Kaffee! Und zwar für niemanden! (und das ist nicht lustig sondern total doof!)
  • Straßen und Kreuzungen überqueren ist nicht so einfach! (Vor allem wenn man diesen Linksverkehr noch nicht völlig verinnerlicht hat. Man weiß ja gar nicht wo man hingucken soll!)
  • Nix einkaufen - im ganzen Uni-Umfeld zahlen die Studenten normalerweise bargeldlos mit einer Uni-Guthaben- oder mit der EFTPOS-Karte - aber eben nur wenn es STROM gibt.
    (EFTPOS ist das neuseeländische Pondon zur EC-Karte, das beschreibe ich ein andermal...)
  • Hier ist gerade Klausurphase! Nur leider war in den Hörsäälen ja kein Licht! -> alle Exams von heute wurden um zwei Wochen verschoben! Ob das mal jedem in den Zeitplan passt?
  • Pfiffige Menschen hatten die elektrischen Eingangstüren der Unigebäude zum Glück aufbekommen aber bei dem ungeheuren Sturm draußen wurde dadurch eine Unmenge an Laub in die Gebäude geblasen (->HERBST!).
  • Kein Rechner und kein Gebläse funktioniert: eine traumhafte Ruhe - gut dass ich ein paar meiner Papers ausgedruckt hatte, so konnte ich wenigstens lesen.
  • Als der Strom endlich zurück kam (so kurz nach 12), war die Uni mittlerweile weitestgehend geräumt und geschlossen worden. Viele waren wieder zu Hause und daher konnte offensichtlich niemand die Server wieder hochfahren. Es gab also zwar Strom, aber man konnte sich an keinem UNI-Rechner einloggen und Internet gabs auch keins.
Im Chaosland China bin ich davon verschont geblieben, aber in Neuseelands größter Stadt (1,4 Mio. Einwohner und damit Heimat für ca. jeden 3. Neulseelaender) bleibt mal eben für VIER Stunden der Strom weg! Vor nicht allzu langer Zeit soll es hier einen Stromausfall von 4 Tagen gegeben haben Als ich nachmittags durch die Stadt spaziert bin, habe ich mir einen Kaffee bei Starbucks gegönnt. Und da war ein Mitarbeiter damit beschäftigt eine lange Liste handgeschriebener Kassenbons in die Kasse einzugeben ;-) Technik!
Wie die da allerdings -ohne Strom- so viel Kaffee verkaufen konnten, ist mir jetzt im Nachhinein schleierhaft.

See ya!

cmos.

P.S.: Es gab 1998 wirklich einen riesigen Stromausfall!
Man kann es nicht glauben: FÜNF WOCHEN! WIKIPEDIA weiss wie immer mehr!

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