2006-06-11

(Lowlevel-)Banking in NZ

Fährt man in ein fremdes Land, sollte man sich ein paar Gedanken darüber machen, wie man in diesem Land bezahlen kann und wie man an Bargeld kommt. Grundsätzlich werden Kreditkarten auch in Neuseeland an sehr vielen Stellen akzeptiert. Allerdings bei weitem nicht überall und die günstigste Möglichkeit ist dies auch nicht, sofern man eine Gebühr für den Auslandseinsatz der Karte zahlen muss.
In Neuseeland kann man praktisch ALLES bargeldlos bezahlen, allerdings nicht mit der Kreditkarte. Das Zahlungssystem, das hier sehr verbreitet ist, nennt sich "EFT-POS" (Electronic Funds Transfer at the Point-Of-Sale) und entspricht vom System her dem deutschen EC- bzw. MAESTRO-System. Allerdings sind die Systeme natürlich nicht kompatibel. Um eine EFT-POS-Karte zu erhalten braucht man ein Konto bei einer ansässigen Bank und Guthaben - ist dies geschafft benötigt man fürs Leben praktisch nichts außer seiner EFT-POS Karte.
Das System wird praktisch überall akzeptiert und das völlig unabhängig vom Betrag. Ob den Wocheneinkauf, ein Päckchen Kaugummis, einen Becher Kaffee, das Pint im Pub oder ein Sandwich an einem kleinen Stand: alles kann mit dieser Karte bezahlt werden. Die Terminals sehen aus wie die bekannten EC-Terminals in deutschen Geschäften und funktionieren auch ebenso. Der einzige Unterschied ist vielleicht die Länge des Spiralkabels, mit dem das Terminal-Bedienteil angeschlossen ist. Hier sind 5m keine Seltenheit. Dadurch kann man mit nur einem Terminal eine 10m-lange Bar im Pub abdecken und jeden Kunden erreichen.
Es gibt zwei weitere kleine Unterschiede zur EC-Karte die ich gerne vorstellen möchte:
  • die Geheimzahl (PIN) kann man selbst auswählen
  • das Motiv der Karte kann man ebenfalls selbst wählen
Zur Geheimzahl: Erhält man eine neue Karte per Post, muss man mit dieser Karte bei einer Bankfiliale vorstellig werden. Hier wird die Karte eingelesen und anschließend kann man seine Lieblings-Geheimzahl über ein Tastenfeld selbst festlegen. Dazu muss die PIN wie eine Passwort zweimal nacheinander eingegebene werden und wird anschließend der Karte zugewiesen.
Ob dies nun wirklich der Sicherheit dient, darüber kann man sicherlich streiten. Ich persönlich empfinde eine zufällige Vergabe der PIN, kombiniert mit einem regelmäßigen Wechsel als sicherer - wobei eine PIN mit mehr als 4 Stellen sicherlich zusätzlich helfen würden. Aber besser merken lässt sich sicherlich unabhängig von der Stellenanzahl die selbst-gewählte Nummer.

Das Serviceangebot zum Kartenmotiv gibt der Plastikkarte,
die man ja immer bei sich trägt, ebenfalls eine persönlichere Note. Über die Webseite der Bank lässt sich ein persönliches Kartendesign erstellen. Dabei ist bei der Nationalbank ein Banner der Bank am rechten Rand der Karte fest definiert. Der Rest der Frontseite kann durch ein beliebiges Motiv gestaltet werden. Dies kann bspw. - wie bei meiner Karte im Bild rechts - ein Foto sein; das Motiv muss dabei gewissen rechtlichen Anforderungen der Bank genügen. Hat man sich entschieden, schickt man die Bestellung online ab und wenige Tag später hat man die Karte im Briefkasten.
Eine tolle Sache!

cmos.

Links zum Thema:
Banken in NZ (nicht vollständig):

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